Mittwoch, 24. September 2014

Walnuss-Straße, Hähnchensegel und Schweinefisch

Ich mag Frankfurt. Diese Erkenntnis ist weniger von Sachkenntnis geleitet, als von wenigen kurzen Berührungen, die ich bisher mit dieser Stadt hatte. Jedes Mal zeigte sich die Hessenmetropole von ihrer besten Seite.

Dazu gehört normalerweise auch auch die extrem gute Erreichbarkeit. Frankfurt ist mit Köln durch eine Schnellfahrstrecke verbunden, auf der ICEs eine Geschwindigkeit von 300 km/h erreichen können. In den Fahrplan werden die Züge so eingetaktet, dass sie etwa eine Stunde von hier nach da brauchen. Um eine verspätete Abfahrt aufzuholen, können sie die Strecke sogar in knapp der Hälfte der Zeit schaffen. - Was wirklich sehr beeindruckend ist!

Soweit die Theorie. Als ich zorra ganz begeistert von dieser technischen Wunderwelt im Schienenverkehr erzählte, organisierte sie umgehend hinter den Kulissen eine Freifahrt für mich. Flavourpairing mit Kalifornischen Walnüssen und Heiko Antoniewicz! Super! Und ich bin dabei!

Doch der Fahrplan wollte am Samstag leider nicht so unbedingt zeigen, wozu die Technik fähig ist. Daher gab es nur eine einzige Verbindung, die in mein Zeitfenster passte. Unterwegs hielt der ICE auf freier Strecke bei Montabaur, und danach ging es im Bummeltempo weiter, weil irgendwer auf der Schnelltrasse zu Fuß unterwegs war.

Walnüsse rösten, - aber richtig!


Als ich die Genussakademie Fressgass erreichte, röstete Heiko Antoniewicz gerade Walnüsse und klärte über einen grundsätzlichen Irrtum auf: Nüsse finden es gar nicht toll, so trocken in der Pfanne rumzurösten. Viel lieber baden sie ordentlich in Öl und entwickeln dabei ein tolles Aroma. - Dass ich darauf nicht eher gekommen bin! Tatsächlich verbreiten die Walnüsse einen Duft, nach dem ich süchtig werden könnte, wenn sie auf diese Art behandelt werden.

Walnuss-Strasse, schwach bis stark geröstet


Gut gelaunt führten Heiko und sein madagassischer Zwilling Adrien Hurnungee vor, was man aus Walnüssen zum Beispiel mal so machen kann, wenn man sich damit auskennt. Ein leckeres Walnussbrot war bereits angeschnitten. Dazu produzierte Heiko in wenigen Sekunden eine Paprika-Nuss-Paste mit Granatapfelkernen, die ebenso köstlich wie simpel war.

Leckerer Paprika-Walnuss-Dipp

Flavour Pairing Workshop mit Heiko Antoniewicz und Bloggern (2)

Flavour Pairing Workshop mit Heiko Antoniewicz und Bloggern (2)


Die Hähnchen waren bereits entkleidet und in Wurstpelle (Klarsichtfolie) gepackt. Bei 56° C durften sie eine Runde im Hummerbecken schwimmen, bis das Fleisch ganz zart und saftig war. Bedenken wegen eventuell gefährlicher Keime hatte Heiko nicht. Wenn man diese Methode anwenden will und unter den Gästen jemand sein sollte, der sich vor Salmonellen und Campylobacter fürchtet, kann man ihn effektiv zerstreuen, indem man die Hühnerhaut zu knusprigen Segeln aufbrät. Der Brathähnchenduft und die Knusperversuchung stellen alle Bedenkenträger umgehend ruhig.

Vakuum-verpackt und bei niedriger Temperatur schwimmt das Fleisch im Sous-vide-Becken


Hähnchenfleisch sous-vide gegart mit Walnüssen und Hüttenkäse


Dem Schweinebauch spendierte Adrien ebenfalls ein Wellnessprogramm im Hummerbecken. Was dazu führte, dass das Schweinefleisch einen ähnlich zarten Biss bekam wie das Hähnchenfleisch.

Butterzarter Schweinebauch


Nachdem ich mit den leckeren Häppchen mein verpasstes Mittagessen aufgeholt hatte, wurden wir zur Arbeit herangezogen. Nach der Präsentation einer ungeheuren Zutatenauswahl, entschied das Los und wir sollten in zufälligen Teams um die Wette kochen. - Auf jeden Teller bitte Schellfisch und Walnuss, mehr Spielregeln gab es nicht. Ich konnte mich freuen, denn juchuu! ich durfte mit Isabel von Ko(ch)lloquium kochen.

Nata kämpft mit der Technik und Heiko gibt Tipps
Foto: Kalifornische Walnüsse


Wir waren beide mehr von Neugier als von Ehrgeiz getrieben, und so nutzten wir die zwei Stunden, die uns gegeben wurden, zunächst für Experimente. Zutaten beschnuppern und befummeln, Probierfisch braten. Als Hauptzutat hatten wir uns gierig auf das Airbag Pork Skin gestürzt, eine Art pulverisierte Schweineschwarte. Den Umgang damit sollte man ein bisschen üben. Wenn das Pulver als Panade eingesetzt wird, dann ist niemals zu viel Fett in der Pfanne (schwimmend ausbacken!) und die Temperatur sollte ziemlich hoch sein. Dazu wäre es natürlich praktisch, wenn man den Herd ein bisschen besser im Griff hätte, als ich es hatte. Aber beim nächsten Mal weiß ich bescheid. 

Schweinefisch auf Hähnchennudeln mit Chili-Marmelade


Und so schickten wir unseren Schweinefisch mit Hähnchennudeln und Chili Marmelade in den Wettbbewerb: Schellfisch mit Airbag Pork Skin paniert, auf asiatischen Bratnudeln mit Hähnchenfleisch und Walnüssen, gekrönt von Orangen-Chili-Marmelade. Ob unser Gericht Zorra und Heiko, der Wettbewerbsjury, gefallen hat, konnte ich schon nicht mehr feststellen. Nach Abgabe des Tellers musste ich hastig auf Wiedersehen sagen und zum Bahnhof rennen, denn mein Zug ging ja schon wieder zurück nach Köln. Sieger des Wettbewerbs wurde auf jeden Fall Bushi, deren Essen wirklich ganz toll aussah, wie ich hinterher auf Facebook feststellen durfte. Herzlichen Glückwunsch!

Zorra Kochtopf, Adrien Hurnungee, Heiko Antoniewicz
Foto: Kalifornische Walnüsse


Es war ein Riesenspaß! Vielen Dank für diesen wunderschönen Tag! Vielen herzlichen Dank für die ausgezeichnete Organisation und die freundliche Einladung an Eva, Christine, Caro und Nina von den kalifornischen Walnüssen. Tausend Dank an Zorra, für Einladung, Schredder, Pimenton de la vera und überhaupt. Danke auch an Heiko und Adrien, die nicht nur wunderbar gekocht haben, sondern auch den Tag mit einer ganz leichtfüßigen und humorvollen Professionalität gestaltet haben.


Mehr dazu bei den Kollegen:

Flavour Pairing bei gekleckert.de

Aus Jurorensicht: Flavour Pairing bei Zorras / 1x umrühren bitte aka kochtopf

Von Walnüssen und Spitzenköchen - Wunderschöner Bericht beim kochlloquium von Isabel


Volle Lotte - Was mache ich mit kalifornischen Walnüssen?

Flavour Pairing mit Heiko Antoniewitcz - Der Kuchenbäcker 

t.b.c.

Freitag, 5. September 2014

Mensch Hein, wie hast Du Dich verändert!

Birnen, Bohnen und Speck mit Rotbarsch


Darf ich vorstellen, das ist also der Hein. Seine Freunde nennen ihn den Grünen Hein. Er ist ungefähr dort beheimatet, wo auch der Große Hans herkommt. Ehrlich gesagt, kannte ich den Hein bisher nur unter der Bezeichnung Birnen, Bohnen und Speck. Doch es ist wohl so, dass die Norddeutschen ihr Essen gerne beim Vornamen nennen. Neben Hein und Hans gibts auch noch Franz, der mit Nachnamen Brötchen heißt. Ob es wohl noch mehr davon gibt? Tiernamen für Steaks? Auf Du und Du mit der Kuh? Wie wärs mit Schwieriger Justin für ein ganz einfaches Fertiggericht? Vielleicht wurde die Dröge Dörte längst erfunden, aber leider kenne ich sie nicht. Ich kann mir nur vorstellen, wie sie schmeckt.

Der Grüne Hein hat jetzt einen Ausflug ins Rheinland gemacht und dabei gleich noch was mit der roten Laura, der Guten Luise und den Bobby Bohnen angefangen. Einen anonymen Rotbarsch und ein kleines Sößchen fand ich ganz passend dazu.

Rotbarschfilet mit Birnen, Bohnen und Speck
für 1 Portion
150 g Bohnen
2 Kartoffeln (Laura)
1 Stück durchwachsenen, geräucherten Speck
Butter
Olivenöl
1 Birne (Gute Luise)
Salz
1 kleines Rotbarschfilet
Mehl

für die Sauce
1 Eigelb
1 TL scharfer Senf
Salz
75 ml Sonnenblumenöl
Weißweinessig
1 Msp. geriebener Knoblauch
2 TL Crème fraîche

Dei Vorbereitungen lassen sich ganz gut am Vortag erledigen. Dazu die Bohnen, die Kartoffeln und den Speck vorbereiten. Die Kartoffeln in der Schale kochen, pellen und abkühlen lassen. Die Bohnen putzen, kochen und abschrecken. Den Speck in Salzwasser zum Kochen bringen und dann bei schwacher Hitze etwa eine Stunde ziehen lassen.

Eigelb mit Senf und Salz verrühren

Butter und olivenöl in einer Pfanne erhitzen.
Die abgekühlten Kartoffeln in Scheiben schneiden und bei schwacher Hitze braten. Sobald eine Seite der Scheiben gebräunt ist, die Birne in dünne Spalten schneiden und in die Pfanne legen. Speck in Würfel schneiden, Fett und Schwarte entfernen, die Würfel in die Pfanne geben.

Das Rotbarschfilet in Stücke schneiden, salzen und in Mehl wenden. In einer zweiten Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen und den Fisch darin bei schwacher Hitze braten.

Sobald Kartoffeln und Birnen gebräunt sind, alles aus der Pfanne heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Bohnen in das verbliebene Fett in der Pfanne geben und darin schwenken. Alles mischen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Salz würzen.

Birnen, Bohnen und Speck auf einem Teller anrichten. Die Sauce darüber träufeln. Den Fisch darauf betten. Etwas Gochugaru darüber streuen.

Sonntag, 24. August 2014

Die Letzten ihrer Art

Zwetschgen


Manchmal kann ich der totale Bildungsverweigerer sein. Das sind keine Pflaumen, sondern Zwetschgen. - Mir doch egal! Der freundliche Bauer, bei dem ich so gerne einkaufe, meint es dabei nur gut. Dass Zwetschgen eigentlich sehr wohl Pflaumen sind, spielt keine Rolle, denn wir sind ja nicht im Biologieunterricht, sondern auf dem Wochenmarkt. Worauf der Pflaumenmann eigentlich hinaus will, ist, dass es sich bei dem lecker aussehenden Steinobst um eine echte Rarität handelt. Dunkelblaue Früchte von einem der letzten Hochstammbäume im Oberbergischen. Viele gibt es davon im professionellen Obstanbau jedenfalls nicht mehr, weil die Bewirtschaftung zu aufwändig ist. Doch ich bin ja unbelehrbar und merke gar nicht, wie toll das ist, was ich gerade kaufe. Erst als ich zu Hause in meiner Küche stehe und kurz überlege, ob ich aus den Pflaumen nun Marmelade oder Kuchen machen soll, komme ich auf die Idee, zu probieren. Und dann habe ich es endlich begriffen, diese Prumme sind eine echte Sensation, ich brauche mehr davon! Schließlich will ich Marmelade und Kuchen! Und Kompott! Zum Glück ist es nicht weit. In drei Minuten bin ich aus der Tür, die Treppe runter und mit dem Fahrrad zum Marktplatz gesaust. Noch mal zwei Kilo bitte! Jetzt kann ich loslegen. Es gibt eine ganz einfache Prummetaat, eigentlich Quetschetaat, wie ich sie am liebsten habe.

Wie gut die Zwetschgen wirklich waren, zeigt sich übrigens daran, dass ich den Kuchen freiwillig ohne Sahne und ohne Zimtzucker gegessen habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass das schon einmal vorgekommen wäre.

Quetschetaat, einfacher Hefekuchen mit Zwetschgen


Prummetaat / Quetschetaat
Pflaumenkuchen vom Blech

für zwei Bleche
500g Mehl, Type 550
1 Würfel Hefe
1TL Salz
4 EL Zucker
250 ml lauwarme Milch
80-100 g weiche Butter
2 Eier

pro Blech etwa 1,5 kg reife Zwetschgen
Zucker zum Bestreuen

Die Zutaten für den Teig mit einander verkneten. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen.
Die Pflaumen waschen, die Stiele abzupfen und die Kerne entfernen, dabei die Pflaumen halbieren.

Den Teig halbieren und auf die Größe zweier Backbleche ausrollen. Backpapier auf die Bleche und den Teig darauf legen. Den Hefeboden schön dicht mit den Pflaumen belegen, Hautseite nach unten. Die Pflaumen dünn, aber gleichmäßig mit Zucker bestreuen.

Den vorbereiteten Kuchen an einem Warmen Ort 30-60 Minuten gehen lassen, bis der Boden deutlich aufgegangen ist.

Den Backofen auf 180° C vorheizen (bei zwei Blechen gleichzeitig 160° C Umluft ohne Vorheizen). Jedes Blech etwa 35 Minuten backen. - Bei mir gab es übrigens nur ein Blech mit Kuchen. Die zweite Hälfte des Teiges habe ich für Zimtschnecken verwendet.

Freitag, 15. August 2014

Persönliche Bestleistung für die Zucchini

Courgette Potatoe Fritters


Ganz schnell aufschreiben, bevor ich es wieder vergesse. Schnell heißt in diesem Fall, dass die Pfanne noch heiß ist. Das waren die Besten! Das waren die allerbesten Zucchinifritters, die ich je gegessen habe. Dabei weiß ich gar nicht, wie oft ich versucht habe, aus Zucchini und rohen Kartoffeln kleine Puffer zu backen. Meist blieben die Kartoffeln irgendwie roh, während die Zucchini schon fast schwarz wurden. Oder die blöden Dinger saugten sich mit Fett voll und wurden gar nicht knusprig. Wie auch? Zucchini an sich werden ja eigentlich nicht knusprig. Und was soll so eine einsame Kartoffel da schon ausrichten. Dabei wäre es schön, wenn das Ergebnis auch irgendwie nach Zucchini schmecken würde.

Zucchini-Kartoffelpuffer


Doch diese hier sind anders. Zumindest im Vergleich zu den armseligen, grünen Küchlein, die ich bisher gegessen habe. Und wie kommt das nun? - Eigentlich wollte ich gestern Zucchini-Tortilla backen, habe mich dann aber auf halbem Weg umentschieden. Es blieb eine Portion sanft gebratener Zucchiniwürfel übrig, gewürzt mit Salz, Knoblauch und Thymian, die im Kühlschrank übernachten musste.

Die Würfelchen habe ich vorhin mit 1 fein geriebenen, rohen Kartoffel, 1 gewürfelten Zwiebel, 1 Ei, Salz, frischem Thymian, fein geschnittener glatter Petersilie und etwas Muskatnuss vermischt. Eine Hälfte der Masse habe ich einfach so, bei mittlerer Temperatur (ja nicht zu heiß!) in Erdnussöl ausgebacken und die andere Hälfte habe ich mit etwas Paniermehl versetzt. Ohne Paniermehl werden sie ein bisschen besser.

Mittwoch, 13. August 2014

Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?

Ob ich noch einmal bei einem Supperclub kochen werde, weiß ich nicht. Das hängt schließlich nicht von mir allein ab. Aber eins kann ich schon sagen, beim nächsten Mal wird alles anders. Da gibt es als Nachtisch für jeden einen Apfel. Oder einfach nur Pudding oder so. Ob ich so ein Eis-Gedöns noch einmal für 40 Leute mache, muss ich mir jedenfalls gut überlegen.

Dabei war die Idee so bestechend, weil sie ein unkompliziertes Dessert versprach, das sich gut vorbereiten lassen sollte. Wer denkt sich so einen Blödsinn aus? - Ja, ich natürlich! Jede Portion sollte einzeln eingefroren sein und zum Servieren einfach nur aus dem Kälteschlaf geweckt werden. Für eine überschaubare Runde von 8 Leuten ist das sogar eine klasse Idee...

Fangen wir also mit den Vorbereitungen an. Vorbild für meinen Frozen Yoghurt war ursprünglich mal das Joghurteis von Frau Küchenlatein. Inzwischen mache ich es immer so:

Frozen Yoghurt
1.000 g cremigen Joghurt, 3,5%  in ein dünnes, sauberes Tuch (Waschmittelrückstände auswaschen!) in einem Haarsieb schütten. Die Molke beginnt sofort abzulaufen. Der Joghurt sollte etwa die Hälfte seines Gewichts verlieren. EDIT: Das dauert etwa vier Stunden.

100 g Zucker, etwas Zitronenschale, ca. 1 TL Zitronensaft, ca. 1 TL. Vanilleextrakt in den abgetropften Joghurt geben und so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Creme in die Eismaschine geben und gefrieren lassen.

In der Zwischenzeit oder vorher, am besten aber, während der Joghurt abtropft, einen Biskuit backen. Ich halte mich dabei im Wesentlichen an ein Grundrezept vom Doktor. Dabei entsteht eine ganze Platte, so groß wie ein Backblech. Das ist viel mehr, als man für ein paar Desserts braucht. Den Rest esse ich gerne zu einem Glas Milch.

Biskuit
Ein Backblech mit Backpapier belegen und dabei die Ränder des Papiers hochfalten, damit der Teig nicht am Rand auseinander läuft.
Den Backofen auf 210°C vorheizen.
3 Eier mit dem Handrührer schaumig schlagen und dabei 50 ml heißes Wasser hinein laufen lassen. 150 g Zucker hinzufügen und zirka 1 Minute weiter schlagen. 100 g Mehl mit 50 g Speisestärke und 1 gestr. TL Backpulver vermischen und kurz und zügig unter den Eierschaum rühren. Den Teig uf das vorbereitete Backblech gießen und, falls nötig, glatt streichen.

Im vorgeheizten Backofen etwa 10-15 Minuten backen.
Den gebackenen Biskuit sofort auf eine Lage Backpapier stürzen, das mitgebackene Papier vorsichtig abziehen und zum Schutz vor Austrocknen wieder darauf legen. Mit dem Papier auf einem Rost abkühlen lassen.

Sobald der Biskuit abgekühlt ist, kann man die Förmchen vorbereiten. Dazu nimmt man zum Beispiel ein Muffinblech und kleidet die Förmchen mit Frischhaltefolie aus. Etwas weniger Ärger hat man mit Silikonförmchen, denn die braucht man nicht mit Folie auszukleiden.

Biskuit


Dann schneidet man den Biskuit in Streifen, mit denen die Förmchen ausgekleidet werden. Optimal ist, wenn der Biskuit so gut aufgegangen ist, dass man die Höhe der Teigplatte halbieren kann. An dieser Stelle klärt sich nun auch, weshalb wir nicht von Anfang an Löffelbiskuits gebacken haben. - Die Teighülle soll möglichst dünn (und weich) sein, damit mehr Eis hinein passt.

Die Förmchen mit Biskuit auskleiden


Sobald das Eis fertig ist, kommt es in die mit Teig ausgekleideten Förmchen. Die Form sollte man noch einmal auf die Arbeitsplatte klopfen, damit das Eis auch gut in jede Ecke kommt.

Joghurteis in Biskuit


Mit Folie abdecken und in den Tiefkühler geben.

Die Eistörtchen sollten im Tiefkühler etwas fester werden, damit sie stabil bleiben. Das kann, je nach Gerät und Temperatureinstellung, unterschiedlich lange dauern. Will man die Törtchen zum Servieren wieder aus der Folie lösen, sollte man sie wiederum etwas antauen lassen, notfalls auch mit heißem Wasser oder einer heißen Messerklinge. Auf jeden Fall muss man darauf achten, dass keine Folie im Eis hängen bleibt!

Joghurt-Charlotten in Folie


In der Zwischenzeit kann man den Rest vorbereiten. Zum Beispiel Sommerfrüchte putzen und mit Zucker, Rum und Zitronenschale ziehen lassen. So haben wir es beim Summer of Supper im Marieneck gemacht. Und dann am Schluss noch frische Blaubeeren darunter gemischt. 

Oder man kocht ein Kompott aus frischen Zwetschgen . Oder man macht einfach ein Glas mit Kompott auf, je nach Geschmack.

Unbedingt sollte man dieses Dessert mit einer heißen, süßen Sauce übergießen. Das kann eine heiße Vanillesahne sein, wie im Marieneck. Oder man kocht ein Hot Fudge aus 200 g Bio-Sahne und 4 EL Zucker. Das lässt man zusammen bei schwacher Hitze köcheln, bis es gelb wird und leicht eindickt. 

Frozen Yoghurt Charlotte mit Sommerfrüchten


Die Frozen-Yoghurt-Törtchen werden in einem Teller mit Früchten serviert und mit 1-2 EL heißer Sauce übergossen. Im Bild sind sie mit gehäuteten Pfirsichen und frischen, süßen Kirschen zu sehen.

Viel Spaß beim Nachfrieren!




Samstag, 9. August 2014

Wo sich das Warten lohnt

Forellen, frisch aus dem Rauch


Fischerfest in Bachem! Die besten Forellen von Bachem, von ganz Frechen oder sogar weltweit. Ich bin verrückt danach, die Fischlein noch warm, aus dem Rauch, zu verspeisen. Und hier, am Mahlweiher, sind sie immer so schön saftig. Nur leider hat der liebe Gott oder Petrus, dessen Heil die Angler ja immer wünschen, eine ziemlich lange Wartezeit vor den Fisch gesetzt. Nicht nur, dass man sich ein ganzes Jahr gedulden muss, bis das Fest in der lauschigen Grünanlage wieder los geht. Nein, auch vor Ort ist Geduld angesagt. Dass man vor den rauchenden Ölfässern ein Stündchen beim Klaaf, mit einem Kölsch in der Hand verbringt, ist nicht unwahrscheinlich.

Bons für Getränke und Fisch


Erst mal Böngchen kaufen und nicht gleich alles wieder für Kölsch ausgeben. Heute brauchte ich sechs Stück für zwei Forellen, macht 8,40 €, wenn ich mich nicht verrechnet habe.

Mahlweiher, Bachem, trocken gelegt, Sommer 2014


Das Geld kommt dem Mahlweiher zugute, der zur Zeit trocken liegt, weil die Renovierung so aufwändig ist.



Die rauchenden Ölfässer von Bachem. Nur der Angelverein Hecht Heil weiß, wie der besondere Geschmack in den Fisch kommt.

Anstehen für frisch geräucherte Forellen


Dafür stehen wir gerne an. - Das ist nur die Schlange für die ganz frühen Gäste. Wer deutlich später als 16 Uhr eintrifft, muss zirka 17 Kölsch trinken, bis er bei den Forellen angekommen ist.

Hier wird frisch geräuchert


Die fleißigen Angler vom Verein wissen, was sie tun. Schon zum 43. Mal feiern sie das Fischerfest.

Backfisch!


Die einzige Gelegenheit weltweit, bei der ich freiwillig auf frittierten Fisch verzichte. Die frisch geräucherten Forellen schlagen einfach alles andere um Längen.

Bachem, Schloßstraße

Viel mehr Werbung gibt es nicht. Weiß sowieso jeder, dass das Fest immer am Samstag nach dem Bachemer Schützenfest stattfindet.

Forelle, Reibekuchen, Meerettichcreme, Tomate


Zu Hause wird die erste Forelle noch warm, im Stehen, verputzt. Die zweite darf es sich mit etwas Meerettichcreme neben einem kleinen Reibekuchen gemütlich machen. - Aber nicht sehr lange!

Freitag, 8. August 2014

Hallo Tex-Mex!

Chicken-Corn-Fajitas mit Avocado-Salat


Nach so viel rheinischer Deftigkeit brauche ich dringend ein bisschen Abwechslung.
Einen blauen Teller, frisches Koriandergrün, rote Paprika, Avocado und Chili.

Die Tortillas habe ich wie üblich bei Petra / Chili und Ciabatta abgekuckt, weil mir die gekauften einfach nicht schmecken. Außerdem sind die Tortillas, abgesehen von den 30 Minuten Teigruhe, so schnell und einfach zu machen, dass die Fertigware kaum Vorteile bietet.

Da ich kein Schmalz mehr im Vorrat hatte, musste ich auf neutrales Pflanzenöl ausweichen.

Weizentortillas

125 g Mehl, Type 550
3 EL Öl
1/4 TL Salz
50 ml sehr heißes Wasser

Das Mehl mit dem Öl verkneten. Das Salz im Wasser auflösen und in das bröselige Mehl gießen. Alles zu einem festen Teig kneten. Den Teig unter Klarsichtfolie 30 Minuten ruhen lassen.

Den Teig in 4-6 gleichgroße Portionen teilen und dünn ausrollen. Bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne backen. Falls die Gefahr besteht, dass die Fladen anbacken könnten, die Pfanne dünn mit Öl auspinseln.

Die fertig gebackenen Fladen unter einem Tuch oder unter Folie aufbewahren, damit sie nicht austrocknen und elastisch bleiben.

- Buen provecho!

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