Montag, 20. Juli 2015

Wir brauchen den Summer of Supper!

1. Der Auftakt
Man kann nicht überall hingehen. Normalerweise komme ich gut damit klar, dass Zeit und Geld irgendwie begrenzt sind. Doch während des Summer of Supper fällt es schwer, diese Tatsache zu akzeptieren. Nun ist diese herrliche Veranstaltungsreihe, die im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, gerade zuende gegangen und mir tut es um jeden Abend leid, den ich nicht im Marieneck verbringen konnte. Die Sommerwochen, die mit Supperclubs im Marieneck ausgefüllt sind, haben einfach zu viel Charme.

Doch genug gejammert, zu meinem großen Glück durfte ich ja gemeinsam mit Johannes Arens den Auftakt kochen. Selbstverständlich bei brütender Hitze, wie bei fast jedem Supperclub, den ich je gekocht habe (fragense mal in London!).

Thematisch orientierten wir uns an einer gewissen Neigung ins Dreiländereck, die wir beide haben. Das Menü schmeckte nach Belgien, Holland und Aachen, - so wie wir das empfinden. Vier Gänge hatten wir uns ausgedacht, die von kleinen Überraschungen aufgelockert wurden, die woanders vielleicht als "Gruß aus der Küche" bezeichnet würden, bei uns aber "Schmuggelware" hießen, in Anspielung auf den unbürokratischen Grenzverkehr.

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Cidre aus Aubel
Wursthäppchen von den Aachener Metzgern, Monschauer Senf
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Vorspeise à la Dreiländereck: Lütticher Salat mit Rübenkraut
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Frittierte Kolonialwaren: Maniok, Süßkartoffel, Kochbanane
dazu: Erdnusssauce, Sambalsauce, Picalilly
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Mestreechs Zoervleis / Patat met
Maastrichter Sauerfleisch mit handgeschnitzten Fritten und drei Saucen (Aprikosenkompott, Ketchup, Mayonnaise)
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Käse aus Herve, dazu Kriek (Kirschenbier)
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Schokolade, Hopjes Vla, Oecher Printe
Dunkler Schokokuchen, Kaffee-Caramelpudding, Printen-Slush
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Der Abend hat mir großen Spaß gemacht. Ganz besonders danke ich meinem Koch-Partner Johannes, der alles so bewundernswert im Griff hatte und der eine echte Granate in der Küche ist. Ebenso danke ich Marco Kramer, der ganz viel Herz, Verstand und Fleiß in dieses Projekt steckt und der die Events mit seinem Team überhaupt erst zu etwas ganz Besonderem macht.

Supperclubgäste sind immer sehr zauberhafte Gäste. Jedenfalls kenne ich das bisher nicht anders. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es jedes Mal besser wird, und auch unser Auftaktabend hat mich wieder total geflasht. Die tolle Atmosphäre an den Tischen und bis spät in den Abend, - das sind eben die lieben Freunde, die alten und neuen Bekannten, die einen Supperclub besuchen. DANKE! dass Ihr dabei wart!!!




Summer of Supper - Auftakt mit Nata und Johannes (1)
Foto: Marco Kramer / Marieneck

Summer of Supper - Auftakt mit Nata und Johannes (2)
Foto: Marco Kramer / Marieneck

2. Die Pop-up Weinbar
Qualitätsidee mit Prädikat von Jörg Utecht und Marco Kramer: Moselwinzer kommen ins Marieneck und bringen Bioweine mit. Ausgeschenkt wird glasweise, zu menschenfreundlichen Preisen. Nette Menschen plaudern miteinander, man trifft sich und hat leicht einen sitzen, wenn man das Lokal verlässt. Leider gibt es keine Fotos. Nächstes Mal gehe ich wieder hin!

3. The Good, the Bad and the Dad
Starker Titel, oder? Tatsächlich war es auch eine starke Veranstaltung mit einem besonders gelungenen Menü, das mich extrem beeindruckt hat. Annette Sandner aus München hat ihren Vater, Hans Sandner, aus Oberbayern nach Ehrenfeld geschleppt und Heimo Tscherne mitgebracht. Annettes Vater ist Koch und Hotelwirt im Ruhestand. So konnte er uns Amateuren mal zeigen, wo der Kochlöffel hängt und mit großer Gelassenheit ein paar Kindheitserinnerungen von Annette und Heimo verkochen. Bis auf den Nachtisch, den ich aus diplomatischen (um mich damit bei jemandem beliebt zu machen!) Gründen leider verschenken musste, habe ich jeden einzelnen Gang mit großer Begeisterung aufgesaugt.


Tafelspitz mit Kren und Kürbiskernöl, dazu Brot aus Köln


Dekonstruiertes Labskaus mit Wachtelei, ganz zartem Rindfleisch, eingelegtem Hering, würziger Rote Bete und Zwiebeln.


Zander à la Sandner mit rotem Mangold


4. Das Finale
Wie im vergangnen Jahr kochte Jörg Utecht das Finale, -  nur in diesem Jahr leider ohne mich. Weil unsere Termine nicht zusammenpassten, ersetzte er Schelli und meine Wenigkeit durch Claus Schlemmer, Stefan Chmielewski und Bernd Labetzsch. Das Rheinkombinat soll den Abend ganz gut gerockt haben, wie man auf verschiedenen Kanälen beobachten konnte. Den ersten Bericht dazu gibt es natürlich, - wie könnte es anders sein, denn keiner ist schneller, von Chezuli.

Fazit: den rheinischen Sommer können wir nicht wärmer oder sonniger machen. Aber ein bisschen leckerer und süffiger geht es schon. Wir brauchen auch im nächsten Jahr einen Summer of Supper!

Samstag, 11. Juli 2015

Flotter Wolfsbarsch für zwei oder drei Blogger

Blog-Event CX - Flotter Dreier (Einsendeschluss 15. Juli 2015)

Es wird mal wieder Zeit, etwas Sinnvolles mit diesem Blog zu machen. Genau genommen wird es sogar Zeit, überhaupt irgendetwas damit zu machen. So richtig sinnvoll finde ich Sachen, die mit anderen Bloggern zu tun haben und Blogs mit einander verbinden. Zorra ist ja das Mutterschiff dieser Verbundenheit, da sie unermüdlich Events veranstaltet, durch die Blogger sich zumindest virtuell kennen lernen.

Wer das Internet wirklich nutzt und nicht nur gelegentlich "einschaltet", der weiß, dass dieses Virtuell vom Real Life gar nicht so weit entfernt ist. Zorra ist nicht nur meine Freundin, sondern durch sie habe ich auch Isabel getroffen (kuckstu hier, hier und hier), die mir inzwischen ebenfalls ans Herz gewachsen ist. 

Die Gastgeberin des aktuellen Events in Zorras Kochtopf ist Dorothée, die in München Bushcooks Kitchen betreibt. Sie hält den inoffiziellen Rekord im Besuchen kulinarischer Veranstaltungen und neben ihrer atemberaubenden Kochbuchsammlung gilt ihr Interesse besonders der feinen Küche und den Menüs. Weil Bushi vermutlich jeden Foodblogger auf diesem Planeten schon einmal persönlich getroffen hat, dachte sie gleich an ein gemeinsames Kochen, also wieder etwas ganz Verbindendes. - Was der eigentliche Sinn des Bloggens ist.

Ich war in letzter Zeit mit vielen anderen Dingen sehr beschäftigt. Daher musste Isabel mich ein wenig anstubsen, damit ich auf diese Idee mit dem Menü aufspringe. Die Suche nach einer dritten Partnerin hat sie auch gleich übernommen und so ist das Sommermenü gemeinsam mit Christiane entstanden, die sich in ihrer Schabakery auf Süßes spezialisiert hat.

Vorspeise von Ko(ch)lloquium


Isabel hat mit ihrer Ajo Blanco eine samtig-kühle Vorspeise in frischen Farben vorgelegt. - Was wirklich toll ist, wenn man an einem heißen Sommertag in einem Garten unter Bäumen sitzt. Ich habe mir also überlegt, was ich gerne danach essen würde und war gleich bei gegrilltem Lammfleisch mit grünen Bohnen und Kartoffelgratin. Weil die nette Frau Blatzheim vom Wochenmarkt aber gerade in den wohlverdienten Urlaub entschwunden ist, kam die Sache mit dem einzig wahren Lammfleisch nicht in Frage, und anderes möchte ich irgendwie nicht. Ich probierte ein superleckeres Sommergericht mit Rumpsteak, Büffelmozzarella und gebratenem Gemüse, doch der Teller sah eher aus wie ein Sommergewitter.

Sommergewitter mit Gemüse | pastasciutta 2015


Dann gibt es kein Zurück mehr. Es ist Freitag, letzte Gelegenheit für ein Foto! Ein Fisch muss in die Grillpfanne und das Hauptgericht steht fest. Es schmeckt nach Urlaub und nach Mittelmeer, und es passt gut hinter die samtige Suppe von Isabel. Ihre Farben, Grün und Weiß tauchen auch auf meinem Teller wieder auf. So kann man kaum glauben, dass unsere Küchen gute 120 km von einander entfernt liegen.

Wolfsbarsch mit Basilikummayo | pastasciutta 2015



Gegrillter Wolfsbarsch mit Basilikummayo, Gemüsesalat und Röstkartoffeln

für 2 Personen

für die Kartoffeln:

2 Portionen Kartoffeln - die können höchst unterschiedlich ausfallen, wie ich weiß, 250 g pro Person sind aber realistisch
Erdnuss öl oder Olivenöl
Salz

für den Gemüsesalat:

ca. 250 g Blumenkohl
ca. 300 g grüne Bohnen
ca. 3 Frühlingszwiebeln
3 EL Sherryessig
4 EL Olivenöl
Salz

für den Fisch:

2 Wolfsbarsche (je etwa 500g)
1 Zitrone
Maldon Sea Salt
Gochugaru (koreanisches Chili)

für die Mayo:

100 ml Sonnenblumenöl
eine handvoll Basilikumblätter und etwas Petersilie
1 kleine oder halbe Knoblauchzehe
1 Eigelb
Salz
Saft einer halben Zitrone



Zuerst die Kartoffeln vorbereiten. Die Kartoffeln waschen, schälen und in Spalten schneiden, mit etwas Erdnuss- oder Olivenöl auf ein Blech in den kalten Ofen geben. Auf 180°C schalten und backen, bis die Kartoffeln goldbraun sind. Gelegentlich wenden, damit alle Seiten mit Öl überzogen sind. Vor dem Servieren salzen.

Kartoffelspalten aus dem Ofen | pastasciutta 2015


Für den Gemüsesalat den Blumenkohl waschen, in Röschen teilen und blanchieren. Die Bohnen putzen, kochen und abschrecken. Das lauwarme Gemüse mit Essig, Öl und Salz vermischen. Frühlingszwiebeln putzen, in feine Ringe schneiden und untermischen.

Die Wolfsbarsche ausnehmen und schuppen. Eine gusseiserne Grillpfanne aufheizen und die Fische darauf legen. Sobald das Fleisch an dem geöffneten Bauch beginnt, weiß zu werden, die Fische vorsichtig wenden. Nach etwa 2 Minuten die Pfanne vom Herd nehmen und in den noch heißen Ofen stellen. Bei etwa 160° C noch zehn Minuten im Ofen lassen. Danach probieren, ob der Fisch gar ist, ansonsten weiter im Ofen gar ziehen lassen.

Zu dem Fisch zwei halbe Zitronen in die Pfanne geben. Sie werden dabei leicht bräunen und später einen leckeren Saft abgeben, wenn man sie über den Fisch träufelt.

Während der Wolfsbarsch im Ofen ist, eine Basilikummayo anrühren. Dazu zunächst ein Basilikumöl mixen. Das Öl in einen Mixbecher geben, Basilikum, Knoblauch und Petersilie hinzufügen und mit dem Mixstab pürieren. Dann in einer großen Schüssel ein Eigelb mit etwas Salz verrühren. Das Basilikumöl zunächst tropfenweise und dann im dünnen Strahl unterrühren. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken.

Wolfsbarsch mit Röstkartoffeln, Gemüsesalat, Zitrone  und Mayo servieren. Mit Maldon Sea Salt und Gochugaru (Chiliflocken) bestreuen.

Und danach von Gewürztraminer-Cherry-Macarons träumen, denn die gibt es jetzt bei Schabakery!





Sonntag, 14. Juni 2015

Hähnchen ohne Curry

Hähnchentopf mit Gemüse und Basilikum

So ein schöner Thai-Eintopf, der hat was! Leckeres Hähnchenfleisch mit Gewürzen, frischen Kräutern und Gemüse in Kokosmilch, das ist oberlecker. Dazu eine Schale Reis, aus der man immer wieder kleine Häppchen nimmt, um die Schärfe ein bisschen zu bremsen. Ich mag das, und zwar sehr! Doch das Konzept vom Hähnchen-Eintopf mit frischem Gemüse und Kräutern in sahniger Sauce funktioniert auch ganz anders. Zum Beispiel, wenn der Sinn gerade nach sanften europäischen Aromen steht und ein bisschen mehr nach Kartoffelpürree statt nach Reis.

Hähnchentopf mit frischem Gemüse und Basilikum

1-2 Portionen

200 g Spargel
2 dicke Frühlingszwiebeln
1 kl. Zucchini
3 Zehem frischen Knoblauch
1 große Tomate
etwas Öl zum Anbraten
1/2 Hähnchenbrust ohne Haut und Knochen
2 EL Mehl
ca. 200 ml Geflügel- oder Gemüsebrühe
ca. 100 g Sahne
Salz
frisches Basilikum
Gochugaru

Spargel schälen und schräg in Stifte oder Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und schräg in Scheiben schneiden. Zucchini putzen und in dünne Scheiben schneiden. Tomate waschen, das Grüne entfernen und das Flesich in Würfel schneiden. Knoblauch schälen und in Scheiben oder Würfel schneiden.
Das Gemüse in heißem Öl mit etwas Salz anbraten und dann aus der Pfanne nehmen.
Das Mehl auf einen Teller geben. Die Hähnchenbrust in dünne Scheiben schneiden und die Scheiben in dem Mehl wenden. Überschüssiges Mehl abklopfen und das Fleisch dann bei mittlerer Temperatur anbraten. Dabei leicht salzen.
Mit Sahne und Brühe aufgießen und kurz zum Kochen bringen. Das Gemüse hinzufügen. Vor dem Servieren Basilikum grob zerschneiden und untermischen. Mit Gochugaru würzen.

Etwas Anis (nicht Sternanis) macht sich an diesem Hühnertopf wahrscheinlich sehr gut, fiel mir aber leider zu spät ein. Dazu schmeckt ein cremiges Kartoffelpüree.



Freitag, 29. Mai 2015

Zwei gehören zusammen - Fisch mit Kartoffeln

Lachs, Kartoffeln, Spargel, Knoblauch, Kerbel


Kochen für den eigenen Appetit ist ein bisschen wie Malen nach Zahlen. Man weiß, wo alles hinkommt, wie es zusammengestellt wird und was da rein gehört. Zu Fisch gehören für mich fast immer Kartoffeln. Diese Kombination ist nicht zu toppen, den ich koche ja für mich. Fisch mit Fritten, Räucherlachs mit Reibekuchen, Matjes mit Pellkartoffeln, Rotbarsch mit Kartoffelsalat... davon kriege ich praktisch nie genug.

Viele Leute haben ein ähnliches Gefühl bei Spargel und Holländischer Sauce. Das gehört für die meisten untrennbar zusammen. - Wobei die Vornehmeren unter uns natürlich "Soß Ollondähs" sagen. Wir einfachen Leute müssen uns um sowas gar keine Gedanken machen, denn uns ist heute Mittag die Butter ausgegangen. So ein armseliger Rest reicht niemals für Sauce Hollandaise. Wenn Du gute Soße willst, dann musst Du klotzen und nicht kleckern. Und wenn Du keine Butter hast, hilft Malen nach Zahlen auch nicht weiter.

Also habe ich für meinen auf der Haut gebratenen Lachs nur ein klitzekleines Hollandsößchen gerührt, aus einem Schlückchen Wein, etwas frischem Knoblauch, Salz, Zucker, Eigelb und einem winzigen Stückchen Butter. Vor dem Anrichten habe ich sie kurz aufgewärmt und mit einem Hauch Curry (so dass man es nicht rausschmeckt) und einen Tropfen scharfem Senf abgeschmeckt. Dann eine Hand voll frischer Kräuter (Kerbel, Schnittlauch, Petersilie) und einen dicken Esslöffel geschlagener Sahne hinien gegeben.



Die Sauce läuft ganz genüsslich über den Lachs, der auf einem Bett aus gebratenem Spargel und dicken Scheiben von Pellkartoffeln liegt. Oben drauf liegt ein bisschen Kerbel und Schnittlauch mit einem Scheibchen gebratenem Knoblauch. Konfettimäßig habe ich Gochugaru und zerriebenen, gerösteten Sesam über den Teller gestreut.

Die rote Valerie

Die Kartoffeln hören auf den Namen Valerie, und wenn man ihnen die Pelle abzieht, dann behalten sie einen ganz zarten rosa Schimmer. Sie wachsen glücklicherweise im Nachbardorf.

Dicke, krumme Spargelstangen

Ebenfalls nur einen Steinwurf von hier wächst derzeit der Spargel. Die Temperaturen könnten zwar etwas freundlicher zu dem bleichen Gemüse sein, aber immerhin kommt er jetzt schon in ordentlichen Mengen aus der Erde. Daher wird auch immer ein Teil als "Klasse III" einsortiert. Worum es sich dabei handlet, sieht für mich jedes Mal anders aus, auch wenn klar ist, dass es sich nicht um die Topmodels unter den Spargelstangen handelt. Dieses Mal waren es ganz schön dicke Stangen mit ganz leicht geöffneten Köpfen.

Da ich den Spargel sowieso in Stücke schneiden und braten wollte, war mir das gerade recht. Für meinen Lachs habe ich die Spargelstücke bei mittlerer Hitze mit etwas Salz in Olivenöl gebraten. Kurz vor Schluss kam der in Scheiben geschnittene frische Knoblauch dazu.

Sonntag, 10. Mai 2015

Mehr Frucht aufs Brot!

Fruchtaufstrich mit Rhabarber, Orange, Himbeeren

Rhabarber und Spargel. - Nun hat es mich also ganz offiziell auch erwischt und ich habe mich dieser Massenhysterie angeschlossen. Der Rhabarber gehört zu den ersten essbaren Grünpflanzen, die uns im späten Frühjahr beglücken, und ich brauchte dringend etwas Fruchtiges für meinen Toast. Meine Marmeladenvorräte neigen sich dem Ende entgegen, und bis zum Höhepunkt der Erdbeersaison, wenn endlich die superaromatischen Früchte für meine Marmelade wieder zu haben sind, dauert es noch.

Bei Valentinas Kochbuch fand ich zwei hübsche Anregungen (Rhabarber 1, Rhabarber 2) für sehr aromatischen Fruchtaufstrich. Durcheinandergewirbelt kam dabei eine frisch-fruchtige Mischung heraus: Rhabarber, Orange, Himbeeren, Gelierzucker. Mein Frühstück ist also vorerst gerettet.

Gebratener Spargel mit Burrata


Mittags Spargel, frisch vom Feld. Gebratener Spargel mit Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Tomate, Kalamata Oliven, Belana Kartoffeln, Burrata, Alziari Olivenöl, Mosto cotto und Maldon Sea Salt.

Rhabarberkuchen


Der Rhabarberkuchen ist in Nullkommanix fertig und folgt dem Rezeptklassiker "Apfelkuchen, sehr fein" vom Doktor aus Bielefeld, nur halt ohne künstliches Aroma, aber das versteht sich von selbst.

Montag, 13. April 2015

Ich füttere den Schwarzmarkt mit Frühlings-Quiche

Mit Glücksgefühlen kam ich gestern, nach einem wunderschönen Sonntagnachmittag, aus dem Marieneck zurück. Nette Menschen, gutes Essen, Überraschungen aus fremden Küchen, Wein, Musik, - Schwarzmarkt! Zum zweiten Mal haben wir unsere Schätze nach Ehrenfeld geschleppt, um sie dort gegen die Kostbarkeiten von anderen Leuten einzutauschen. Jeder präsentiert voller Begeisterung, woran er zu Hause getüftelt hat, und alle stecken sich gegenseitig mit ihrer Begeisterung an. Die Stimmung leidet natürlich nicht darunter, dass jeder etwas zu Trinken mitbringt und dass niemand hungrig nach Hause gehen muss.

Weil ich nicht so richtig was zum Tauschen hatte, war ich froh, dass ich die Verpflegung übernehmen konnte. Letztes Mal hatte Jörg uns mit Eintopf gefüttert und Schelli hatte unermüdlich sein phantastisches Brot aus dem Ofen gezogen. Und nun gab es Quiche Lorraine und verschiedene Gemüsekuchen. Ein Teig, verschiedene Füllungen, prima vorzubereiten. Den Teig habe ich bei Lea Linster abgekuckt, allerdings habe ich bei der Butter nicht richtig hingesehen und nur 125 g statt 160 g verwendet. Klappt aber auch und schmeckt gut. Der Teig lässt sich (für einen Mürbeteig) extrem leicht handhaben, klebt kaum und reißt nicht so schnell ein.

Gemüsekuchen

Mürbeteig

250 g Mehl
125 g Butter (Linster nimmt 160 g)
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
1 Ei
1 EL Vollmilch

Alle Zutaten im Mixer oder mit den Händen zu einem festen Teig verarbeiten. Bis zur weiteren Verwendung kühl aufbewahren.

Wenn man den Teig dünn ausrollt, dann reicht so eine Portion für 2 Tarteformen à 25 cm.

Speck!


Füllung 1 - Quiche Lorraine

ca. 200 g durchwachsener Speck
5 Eier
250 g Sahne
Salz
Pfeffer

Den Speck am besten vom Metzger mit der Aufschnittmaschine in Scheiben schneiden lassen. Dann die Schwarte entfernen und die Speckscheiben in feine Streifen schneiden. Mit etwas Olivenöl in einer Pfanne anbraten.

Den abgekühlten Speck auf den vorbereiteten Tarteboden geben. Eier mit Sahne, Salz und Pfeffer verrühren und über den Speck gießen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180° C ca. 45 Minuten backen.

Zwiebeln


Füllung 2 - Zwiebelkuchen

für den Zwiebelkuchen muss man den Tarteboden ca. 10 Minuten bei 200° C vorbacken.


1200 g geschälte Zwiebeln
Olivenöl
Salz
Kümmel
schwarzer Pfeffer

3 Eier
200 g Sahne


Zwiebeln in feine Streifen schneiden und mit Salz in Olivenöl bei schwacher Hitze braten. Nach dem ersten Anbraten einen Deckel aufsetzen und die Zwiebeln ganz langsam dünsten. Wenn die Zwiebeln deutlich an Volumen verloren haben, den Deckel abnehmen und so lange weiter braten, bis das Wasser aus der Pfanne völlig verdunstet ist. Kümmel und Pfeffer mörsern und kurz vor Schluss unter die Zwiebeln rühren.

Die abgekühlten Zwebeln auf den vorgebackenen und wieder abgekühlten Tarteboden geben.
Sahne mit Eiern und etwas Salz verrühren und über die Zwiebeln gießen.

Bei 200° C im vorgeheizten Ofen etwa 40 Minuten backen.



Füllung 3 - Frühlingsgemüse

Für die Quiche mit Frühlingsgemüse gibt es kein richtiges Rezept. Ich habe Spinat und Rübstiel (getrennt!) gewaschen und blanchiert. Von dem blanchierten Gemüse habe ich dann so viel genommen, wie es gerade passte.

Spinat

Rübstiel



1 Bund Frühlingszwiebeln
blanchierter Rübstiel (Stielmus)
blanchierter Spinat
1 Hand voll geriebenen Bergkäse
1 Hand vol geriebenen Parmesan
Salz
Pfeffer
evtl. Curry
4 Eier
200 g Sahne

Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. In Olivenöl anbraten.
Rübstiel gut abtropfen lassen und in die Pfanne geben, kurz mit anbraten. Mit Salz + Pfeffer würzen.
Den Spinat gut ausdrücken, eventuell noch kurz hacken und mit den restlichen Gemüse vermischen. Die Gemüsemischung auf den vorbereiteten Tarteboden gebem.
Eier mit Sahne, Käse und Gewürzen verrühren und über das Gemüse gießen.
Im vorgeheizten Ofen bei 180° C 45 min. backen.

Die vegetarische Quiche lässt sich auch sehr leicht mit Speck abwandeln. Einfach ein bisschen angebratenen Speck unter das Frühlingsgemüse mischen.

Quiche mit Frühlingsgemüse


DANKE! an alle die mitgemacht haben! Besonders an Marco, der das Marieneck für diese herrliche Veranstaltung hergibt, an Ophelia für ihren unermüdlichen Einsatz, an Jörg für's Organisieren und Überblick behalten, an Ute für schöne Klänge!

Und ein besonderer Dank geht auch an Christian und Brigitte, denen ich mein wunderbares Abendessen zu verdanken hatte. Christian hat mir nämlich eine großzügige Portion frischer! Bratwurst vom eigenen! Schwein geschenkt! Die ist toll! Und von Brigitte bekam ich die ersten Enteneier meines Lebens. - Wahnsinn!

Entenei, Salat, Bratwurst


Noch mehr Schwarzmarkt-Berichte gibt es bei den Kollegen:

Der 2. Kölner Schwarzmarkt - Chezuli

Food Haul #002 im Youtubekanal von Johannes J. Arens


Und so war das beim ersten Mal: Beute gemacht - Schwarzmarkt in Ehrenfeld

Donnerstag, 9. April 2015

Wenn der Roggensauerteig mit dem Weizenmehl...
Leckere Baguettebrötchen

Baguette-Brötchen

Also, das sind mal Baguettebrötchen geworden, die ich wirklich richtig gut finde! Eigentlich backe ich ja ziemlich oft welche, und meist mache ich das ohne ein richtiges Rezept. Der Teig steht einfach irgendwo rum. Wenn ich daran denke, dann falte ich ihn mal zusammen. Wenn ich ihn vergesse, dann geht das Brot wieder unwahrscheinlich spät in den Backofen und ich sitze bis in die Nacht hier rum und warte, dass es abkühlt, damit ich endlich den Tiefkühler für den Vorrat füllen kann. Am Ende kommt immer etwas Leckeres heraus, das ich mit feiner Butter oder frischer Leberwurst essen kann. Oder mit selbstgemachter Marmelade, oder mit Rührei... Frühstück eben, ein Grund aufzustehen.

Aber jetzt habe ich meinen Roggensauerteig fremdgehen lassen! Und dabei ist ein absolutes Lieblingsbrot* entstanden! Es ist wirklich sehr aromatisch und richtig schön luftig geworden. Die Kruste ist zwar knusprig, aber nicht so dick wie bei meinen Baguettes, nur mit Bäckerhefe. Ich mag es einfach!

Brötchen mit Roggensauerteig


Baguettes mit Roggen-Sauerteig

Vorteig

2 geh. EL Weizen-Mehl, Type 550, Horbacher Mühle
(ideal wären 100g)
2 EL Sauerteig
150 ml lauwarmes Wasser
-> miteinander verrühren und zirka 16 Stunden bei Zimmertemperatur, eher warm, stehen lassen.


Teig

400 g Weizenmehl, Type 550
ca. 200-300 ml lauwarmes Wasser
1TL Zucker
5 g Hefe
10 g Salz
+ Vorteig, der inzwischen schön blubbert

Zunächst aus der Hälfte des Mehls, dem lauwarmen Wasser, Zucker und der Hefe eine weitere Teigvorstufe herstellen. Gut verrühren und bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis auch dieser teig blubbert.

Dann alle restlichen Zutaten und den Vorteig dazu geben, alles zu einem Teig verarbeiten und möglichst lange (mit dem Handrührer sind 10 Minuten irre lange) kneten.

Bei Zimmertemperatur gehen lassen und nach einer Stunde ein paarmal auseinanderziehen und zusammenfalten.

Nach einer weiteren Stunde wiederholen.

Nach einer weiteren Stunde den Teig in 5 Portionen teilen und zu Baguettes formen.

Auf einem Blech mit Backpapier richtig schön aufgehen lassen und dann einschneiden.

Backofen auf 250° C vorheizen. Eine Schale mit heißem Wasser in den Ofen stellen. Die Baguettes eventuell ganz leicht mit Wasser einpinseln.
10 min. anbacken. Danach Wasserschale raus und weitere 10 min bei 190°C backen.
Unter einem Tuch abkühlen lassen.

Falls die Baguettes nicht zum Aufbacken eingefroren werden, können sie eventuell noch 5 min. länger im Ofen bleiben.


*Natürlich kann man ganz viele Lieblingsbrote haben!

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